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Anwendbarkeit des Austrian Communicative Development Inventory - Level III (ACDI-III) in Deutschland

Eine Pilotstudie

AutorIn / Hrsg.:Patricia Pomnitz, Katharina Salgert
Auflage:2008
Produktform
(bitte auswählen):
Seiten / Volumen:978 KB
Art.-Nr. / ISBN:2032
Verfügbarkeit:als Download
 

20,00 €

inkl. MwSt.

Bachelorarbeit an der Europa Fachhochschule Fresenius Idstein
Fachbereich Gesundheit
Studiengang Logopädie Bachelor (NL)

Hintergrund: Die Früherkennung von Sprachentwicklungsstörungen ist Voraussetzung für eine frühe Intervention. Eine wesentliche Rolle bei der Identifikation von Risikokindern spielt der Einsatz von Screeninginstrumenten.

Der ACDI-III (Austrian Communicative Development Inventory - Level III, Marschik/Holzinger/Einspieler 2007) ist ein für österreichisches Deutsch konzipierter Elternfragebogen zur Erfassung eines Sprachentwicklungsrisikos im Alter von drei Jahren. Ziel der Studie war es, die Anwendbarkeit des ACDI-III für Deutschland zu überprüfen. Zudem stand einerseits die Frage im Raum, ob der ACDI-III den bereits bestehenden „Elternfragebogen für dreijährige Kinder“ (ELFRA-III, Grimm/Doil 2000) ergänzen, bzw. ersetzen kann. Andererseits sollte festgestellt werden, ob die in den ACDI-III integrierte Wortschatzliste für die Zielgruppe von Dreijährigen noch notwendig ist.

Material und Methoden: Zur Auswertung lagen die ACDI-III- und ELFRA-III-Bögen von 44 monolingual deutsch aufwachsenden Kindern im Alter von 36 - 41 Monaten vor. Zehn Probanden wurden zusätzlich mit dem SETK 3-5 (Grimm 2001) nachgetestet. Ebenfalls erfolgte ein Vergleich mit Daten aus der österreichischen Normierungsstichprobe.

Ergebnisse: Der ACDI-III erreichte bei der Identifizierung von Risikokindern eine Quote von 27 %, während der ELFRA-III mit 18 % deutlich weniger auffällige Kinder erkannte. Alle Kinder, die im Bereich des Lexikons auffällig waren, fielen auch in mindestens einem anderen Teil des ACDI-III auf. Jedoch wurden die Risikokinder, die in den Bereichen Syntax und Morphologie identifiziert wurden, nicht zwingend auch im Wortschatzteil herausgefiltert. Die Gegenüberstellung der Grammatikteile beider Fragebögen zeigte große Differenzen.

Die Spezifität des ACDI-III scheint sehr hoch zu sein, zur Sensitivität des Verfahrens können dagegen keine Aussagen getroffen werden.

Schlussfolgerungen: Die Anwendbarkeit des ACDI-III in Deutschland erwies sich als zuverlässig. Mit diesem Screening werden mehr Risikokinder als mit dem ELFRA-III identifiziert. Der Wortschatz scheint kein notwendiges Kriterium für die Erfassung des Sprachentwicklungsstandes Dreijähriger zu sein. Die Syntax- und Morphologieitems des ELFRA-III scheinen trennschärfer als die des ACDI-III zu sein. Für einen routinemäßigen Einsatz im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen sollte der ACDI-III noch überarbeitet werden. Ob der österreichische Fragebogen dem Deutschen vorgezogen werden kann, müssen weiterführende Studien klären. Bislang könnte er zur Ergänzung des ELFRA-III herangezogen werden.